»Keine Lust auf Mini-Play-Back-Show«

das war der erste Impuls für sieben Mädchen einer 3. Klasse an der 1. Grundschule Prenzlauer Berg in Berlin. Eins der Mädchen fragte ihre Eltern, ob sie bei einem kleinen Theaterstück helfen könnten. Da beide Eltern im Theaterbereich arbeiteten und den Tatendrang der Kinder unterstützen wollten, entstanden die ersten Szenen und Improvisationen für den jährlichen Elternball der Schule, die sich ohne Hitgedudel vom Band und Starimitation vor dem Publikum behaupten konnten.
Das war bereits 1992/93. Aufgrund des Erfolges wurde eine ständige AG Theater gegründet – von Ramona Zimmermann und Matthias Kubusch geleitet – die sich regelmäßig traf und rasch auf fast 30 Kinder anwuchs. Auch andere Eltern und Lehrer unterstützten die Arbeit der Kinder und deren Ideen und Vorhaben. So wurde gemeinsam ein alter Werkraum im Keller der Schule zu einem kleinen Theater mit Bühne und Foyer umgebaut, das 1994 programmatisch mit dem selbst geschriebenen Stück »VOM ENDE DER MÄRCHEN« eröffnet wurde. Das bunte Ensemble aus Mädchen und Jungen im Alter von 7 bis 13 Jahren, die inzwischen auch aus anderen Stadtbezirken Berlins dazukamen, nannte sich ab sofort »MURKELBÜHNE«.

»Murkel« oder »murkelig«

ist ein Berliner (norddeutscher) Begriff und bedeutet vor allem klein, niedlich. Er beschreibt teilweise die Körpergröße der Akteure und anfangs auch die Raumgröße und Platzkapazität des Theaters. Inhaltlich ist die Namensgebung der MURKELBÜHNE aber auf Hans Fallada zurückzuführen. Seine »Geschichten aus der Murkelei« sind aus dem selben Quell der Phantasie wie die Geschichten der MURKELBÜHNE von heute.

Die kontinuierliche Arbeit der beiden künstlerischen Leiter, der Tatendrang und die Spiellust des Ensembles und das ständig wachsende Engagement der Eltern und weiterer Freunde und Förderer des Theaters führte 1997 zur Gründung eines Trägervereins. Der Verein »KinderKiezTheater Murkelbühne e.V.« wurde am 16. Januar 1997 gegründet, kurz darauf im Vereinsregister des Amtsgerichtes Charlottenburg eingetragen und vom Finanzamt für Körperschaften in Berlin als gemeinnütziger Verein anerkannt.

Von 1998 bis 2000 residierte das Theater an der Jugendkunstschule Pankow und baute dort ein Dach zu einer Studiobühne aus, bevor es 2000 wieder zurück in den Prenz­lauer Berg gerufen wurde.

Das Kinder- und JugendKulturzentrum »EliasHof«

initiierte und gründete die MURKELBÜHNE gemeinsam mit der Musikschule Pankow »Béla Bartók«, einer Stadtteilbibliothek, der Musikwerkstatt »Klangschmiede«, dem Puppentheater »Prenzlkasper« oder der Tanzkompanie »Flatback and cry«.
Von 2000 bis zur Schließung im Jahr 2011 residierte das Theater in diesem großen Kinder & JugendKulturzentrum in Prenzlauer Berg.
Von Mai 2011 bis Juni 2017 probte und spielte das Theater in der Greifswalder Straße 88 in 10409 Berlin - Prenzlauer Berg im eigenen Haus.
In der 25. Spielzeit (2017/2018) probte das Theater dann übergangsweise (Sanierung ALTE KAPELLE und Umzug) in der Berliner Schule für Schauspiel in Friedrichshain.

Zwischenzeitlich arbeiteten pro Spielzeit fast 180 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 4 und 24 Jahren in 12 verschiedenen Kursen und im Einzelunterricht (Schauspiel).
»Die Königskinder« sind das Sommertheaterensemble des Theaters. Sie touren quer durch Deutschland und Spielen auf Straßenfesten, Jahrmärkten oder Festivals. Etliche Absolventen des Theaters studieren inzwischen an Hoch­schulen für Schauspiel und Musik in Berlin, Wien, Leipzig und Weimar … oder stehen auf anderen Theaterbühnen.

Aus der Murkelbühne ist »MEINE BÜHNE« geworden -

aus der alten Friedhofskapelle »DEIN THEATER!«.
Das Theater hat sich im Sommer 2015 umbenannt und eine Spenden-Aktion gestartet.
Aus einer alten, ziemlich maroden Friedhofskapelle in Berlin-Friedrichshain, dem ältesten Gebäude in Friedrichshain, ist ein Theater- und Perfomancehaus für Kinder und Jugendliche entstanden. Die Kapelle wurde entsprechend saniert und hergerichtet. Die allermeisten Baumaßnahmen wurden im Herbst 2018 beendet und die ALTE KAPELLE mit einem »Tag der offenen Tür« am 6. Oktober 2018 eingeweiht.
Das erste Stück nach der Sanierung war Shakespeares »Wie es euch gefällt«, gespielt vom damaligen Projektkurs 18+ »Die junge Bühne« .